Erneuerbare Energien – aber nicht ohne Energieeffizienz

Mit dem klaren Ja zur Energiestrategie 2050 hat das Schweizer Volk ein Kommitment für den Klimaschutz abgegeben. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist richtig und wichtig. Besonders bei unserem Gebäudepark gilt es das grosse Potenzial zu nutzen und Energie einzusparen. Gleichzeitig kann auf erneuerbare Energie in Form von beispielsweise Solarstrom umgesattelt werden. Zur Zeit fällt nämlich über 40% des gesamten Energieverbrauchs der Schweiz auf unseren Gebäudepark. Daneben spielt auch die Mobilität mit einem Anteil von rund 35% am Gesamtenergieverbrauch eine grosse Rolle.

Für die Deckung des Energieverbrauchs bei Gebäuden werden noch immer über 60% fossile Energieträger verwendet. Um dem Pariser Klimaabkommen gerecht zu werden muss die Energieeinsparung und der Umstieg auf erneuerbare Energien Hand in Hand gehen. Mit Energieeinsparungen kann bereits 40% CO2 eingespart werden. Wenn darüber hinaus auf erneuerbare Energien wie Solar- und Wasserstrom gesetzt wird kann der CO2-Ausstoss weiter minimiert werden. Das Ziel der Schweiz ist bis im Jahr 2050 den Energieverbrauch des Gebäudeparks um die Hälfte zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen stehen seit 2018 jährlich 450 Millionen Franken für „das Gebäudeprogramm“ zur Verfügung. Eine grosse Herausforderung bilden die etwa 1.5 Millionen Gebäude in der Schweiz die erneuerungsbedürftig sind. Denn mit einer erneuerten Gebäudehülle kann bis zu 70% Energie eingespart werden (Mehr zuEnergetisch sinnvoll sanieren). Mit einer gut gedämmten Gebäudehülle wird weniger Energie für die Heizung, aber auch das Kühlen im Sommer aufgewendet. Zur Zeit liegt die Sanierungsrate in der Schweiz unter 1%. Das reicht noch nicht! Die Sanierungsrate muss auf 1.5 – 2% erhöht werden, damit wir das angestrebte Ziel innerhalb der nächsten 30 Jahre erreichen können

Potenzial von Dach- und Fassadenflächen

Das grosse Potenzial bei Gebäuden liegt aber nicht nur bei der Einsparung von Energie. Auf unseren Dach- und Fassadenflächen können wir dezentralisierte Kraftwerke für unseren eigenen, täglichen Stromverbrauch schaffen. Das wirtschaftliche Potenzial auf unseren Dachflächen – wenn alle dafür geeigneten Dachflächen genutzt werden – liegt bei 50TWh. Dies entspricht der doppelten Menge Strom die unsere fünf Kernkraftwerke im Jahr 2018 zusammen produziert haben. Die Schwierigkeit des Solarstroms liegt nun darin, die Energie, die im Laufe des Tages und vor allem im Sommer produziert wird, zur richtigen Zeit verfügbar zu machen. Denn bei Sonnenhöchststand wird auch am meisten produziert, aber wir benötigen Abends bei Feierabend und bei Dunkelheit Strom. Beispielsweise können durch Batteriespeicher oder durch eine intelligente Steuerung von Angebot und Nachfrage die Verfügbarkeit gesichert werden. Und so müssen wir uns wieder auf die fortschreitenden Entwicklung verlassen. Auch die Digitalisierung trägt zur Energieeffizienz bei. Denn dank der intelligenten Steuerung von Haustechnik und der Abstimmung ebendieser auf die Bedürfnisse der Bewohner oder Nutzer eines Gebäude können unnötige Energieflüsse wegfallen und der Strombezug optimiert werden. Aber nicht nur das Klima profitiert vom Energiesparen. Jeder einzelne von uns kann auch noch Geld sparen: denn der günstigste Strom ist der Strom, den wir gar nicht erst benötigen!