Mehrfamilienhaus, Guisanstrasse St. Gallen
Erneuerung von Grund auf
Die Sanierung war umfassend und dauerte von Frühling 2024 bis Herbst 2025. Nur Aussenwände, Dach und Treppenhaus blieben grösstenteils stehen. Der Rest wurde praktisch bis auf den Rohbau zurückgebaut. Experten entsorgten sämtliche Schadstoffe. Ein Schacht für einen neuen, grösseren und barrierefreien Lift wurde betoniert.
Herzstück der Sanierung war jedoch eine energetische Gesamterneuerung. So brachten Holzbauer an der Fassade zwei Dämmlagen an. Beide sind zwischen der Kreuzlattung angeordnet. Als erste Lage wurde die Flumroc-Dämmplatte 1, als zweite die Flumroc-Dämmplatte 3 verbaut. Darauf folgt der Hinterlüftungsraum und eine Aussenbekleidung aus naturbelassenem Holz. Für die Produkte aus Flums hat sich Architekt Georg Streule auch wegen des hohen Schmelzpunktes von mehr als 1000 Grad Celsius entschieden: «Für den Brandschutz ist Flumroc-Steinwolle optimal.»
«Von aussen sah das Gebäude nicht besonders schlimm aus», erinnert sich Raffael Jakob an den ursprünglichen Zustand des Mehrfamilienhauses in der Stadt St. Gallen. «Die Haustechnik war jedoch seit dem Bau in den 1960er-Jahren nie erneuert worden und in einem sehr schlechten Zustand», berichtet der Geschäftsführer der Wohnbaugenossenschaft St. Gallen. Diese kaufte das Haus 2019.
Die Fassade des Mehrfamilienhauses war nicht, das Dach kaum gedämmt. Hinzu kamen ein zu kleiner und schlecht zugänglicher Lift und Schadstoffe wie Asbest. «Es war ein typischer Bau seiner Zeit, eine regelrechte CO₂-Schleuder», sagt Jakob.
Wärmepumpe mit Erdsonden
Dank der Top-Dämmung und modernen Fenstern sank der Bedarf an Endenergie für die Raumwärme um ganze 96 Prozent. Anstelle der früheren Ölheizung versorgt heute eine Wärmepumpe die Wohnungen im Winter mit Wärme. Die Heizenergie wird über drei Erdsonden aus einer Tiefe von je 220 Metern aus dem Erdreich gewonnen. Im Sommer wird das System umgekehrt betrieben: Die überschüssige Wärme aus den Wohnungen wird zurück ins Erdreich geführt.

